OLG Hamburg verbietet Beiersdorf, zwei Gesichtscremes in irreführender Verpackungsgröße anzubieten

Mit Urteil vom 25. Februar 2016 (Az.: 3 U 20/15) hat das OLG Hamburg dem Unternehmen Beiersdorf verboten, zwei Nivea-Gesichtscremes in einer Faltschachtel anzubieten, die eine größere Füllmenge und einen größeren Tiegel vorspiegelt.

Mit Urteil vom 25. Februar 2016 (Az.: 3 U 20/15) hat das OLG Hamburg dem Unternehmen Beiersdorf verboten, zwei Nivea-Gesichtscremes in einer Faltschachtel anzubieten, die eine größere Füllmenge und einen größeren Tiegel vorspiegelt.

 

Die Tiegel der beiden Cremes mit einer Höhe von ca. 4 cm befanden sich auf einem „Papp-Podest“ in der Faltschachtel, die eine Höhe von ca. 7 cm aufwies, womit der Hohlraum insofern fast 43 % des Volumens der Gesamtpackung ausmachte.

 

Obgleich das Unternehmen darauf hinwies, dass zum einen die Füllmenge mit 50 ml auf der Unterseite der Verpackung angebracht sei und zum anderen die Packung auf der Seite eine Abbildung des Produkts aufwies mit der Unterschrift „Die Produktabbildung entspricht der Originalgröße“ kamen die Richter zu dem Ergebnis, dass der Verbraucher „auf Sicht aus dem Regal heraus“ kaufe und ein großer Teil der Verbraucher daher auch nicht die Abbildung des Tiegels auf der Seitenfläche der Verpackung ins Auge falle. Damit liegt nach Ansicht der Richter ein Verstoß gegen das Wettbewerbsrecht vor, weshalb die beiden Cremes nicht mehr in der gerügten Verpackungsgröße angeboten werden dürfen.

 

(Quelle: Redaktion beck-aktuell, Verlag C.H.Beck, beck-online, becklink 2002809 vom 22. März 2016)

 

Caroline Sánchez Gil

Rechtsanwältin

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