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Dextro Energy darf nach einem Urteil des EuG vom 16. März 2016 (Az.: T-100/15) nicht mit den positiven Eigenschaften von Glucose werben

Dextro Energy darf nach einem Urteil des EuG vom 16. März 2016 (Az.: T-100/15) nicht mit den positiven Eigenschaften von Glucose werben

Das deutsche Unternehmen Dextro Energy beantragte im Jahr 2011 die Zulassung mehrerer gesundheitsbezogener Angaben zum Zwecke der Werbung für seine fast vollständig aus Glucose bestehenden Produkte, u.a. „Glucose wird im Rahmen des normalen Energiestoffwechsels verstoffwechselt“ und „Glucose trägt zu einem normalen Energiegewinnungsstoffwechsel bei“.

 

Obwohl die EFSA (Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit) mitteilt, dass ein Kausalzusammenhang zwischen der Aufnahme von Glucose und dem Beitrag zu einem normalen Energiegewinnungsstoffwechsel nachweisbar sei, versagte die Europäische Kommission die Zulassung der gewünschten Angaben, da diese fand, dass diese Angaben ein widersprüchliches und verwirrendes Signal an die Verbraucher senden würden. Denn obgleich Behörden eine Verringerung des Verzehrs von Zucker empfehlen, würden die Verbraucher damit gleichsam zum Verzehr von Zucker aufgerufen.

 

Der von Dextro Energy angerufene EuG hat die Entscheidung der Kommission bestätigt. Diese hatte die Stellungnahme der EFSA zwar nicht in Frage gestellt (letztere prüft lediglich, ob die gesundheitsbezogenen Angaben durch wissenschaftliche Nachweise abgesichert sind), jedoch festgestellt, dass die gesundheitsbezogenen Angaben nur die positiven Effekte für den Energiegewinnungsstoffwechsel herausstellen, ohne jedoch die mit dem Verzehr von mehr Zucker verbundenen Gefahren zu erwähnen und damit mehrdeutig und irreführend seien und deshalb auch nicht zugelassen werden können.

 

Das Gericht folgte insoweit der Argumentation und Entscheidung der Kommission und wies die Klage ab.

 

(Quelle: Redaktion beck-aktuell, Verlag C.H.Beck, beck-online, becklink 2002745 vom 16. März 2016)

 

Caroline Sánchez Gil

Rechtsanwältin

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